BUENOS AIRES/Teatro Avenida: Orchesterkonzert La Bella Música - 28. November 2012

Teatro Avenida

Teatro Avenida

Nicht nur das Teatro Colón bietet in der argentinischen Metropole Buenos Aires klassische Musik und Oper auf hohem Niveau. Das im Schatten des Colón oft unterschätzte Teatro Avenida in der Avenida de Mayo und im Stil des Saales und mit seiner Platzkapazität durchaus dem Theater an der Wien vergleichbar, beherbergt mehrere Asociaciones Culturales, also Kultur-Verbände, die hier regelmäßig Opern und Konzerte geben und dabei insbesondere junge argentinische Künstler vorstellen. Dazu gehört die Asociación Bella Música, die 1999 von ihrer Künstlerischen Leiterin Prof. Patricia Pouchulu gegründet wurde und seither über 500 Konzerte zu oftmals freiem Eintritt oder auf solidarischer Basis gegeben hat. Die Asociación Bella Música will so einen intensiven Austausch zwischen internationalen und nationalen Künstlern durch gemeinsame Konzerte des klassischen und modernen Repertoires und die Entwicklung junger argentinischer Musiker fördern. Zu diesem Zweck werden auch Kurse und Meisterklassen mit bekannten Dirigenten angeboten. Damit trägt die Asociación Bella Música ebenso wie die Asociación Juventos Lyrica, die auch regelmäßig im Teatro Avenida auftritt, zu einer bedeutsamen Förderung des musikalischen Nachwuchses Argentiniens bei.

Auditorium

Auditorium

Um solche Leistungen, und zudem in der gewünschten Kontinuität, bringen zu können, ist insbesondere in einem Land Lateinamerikas, wo sich die institutionelle Förderung der klassischen Musik in relativ engen Grenzen hält, immer eine Persönlichkeit als treibende Kraft und mit außergewöhnlichem Engagement erforderlich. Die Bonarenserin Patricia Pouchulu ist seit über 25 Jahren mit Musik, Literatur und dem Sprachstudium befasst und hat unter anderem mit einem französischen Stipendium an der Sorbonne in Paris studiert. Zusätzlich zu ihrer Karriere als Pianistin und Chordirektorin begann sie vor sechs Jahren eine Ausbildung zur Orchesterleitung und wird neben ihrer Leitung des Symphonischen Orchesters der Bella Música mittlerweile auch eingeladen, andere Orchester in Argentinien zu dirigieren.

An diesem Abend stand Felix Mendelssohns zweiteiliges Werk „Ein Sommernachtstraum“, bestehend aus der einsätzigen Ouvertüre (op. 21) und der zehnsätzigen Bühnenmusik (op. 61) auf dem Programm. Pouchulu führte das gut disponierte Orchester, in dem ältere mit sehr jungen Musikern in großartiger Harmonie zusammen spielen, mit ruhiger Hand und konnte die impressionistischen Momente, aber auch die dramatischen Steigerungen der Ouvertüre eindrucksvoll zum Klingen bringen. Auch die folgenden 10 Sätze der viel später entstandenen Bühnenmusik ließen die gute Qualität des Symphonischen Orchesters der Bella Música erkennen, in dem offenbar exzellente Blechbläser sitzen und die Streicher einen homogenen und transparenten Klang entfalten. Natürlich konnte der berühmte Hochzeitsmarsch im 7. Satz das Publikum besonders begeistern.

Um solche Leistungen, und zudem in der gewünschten Kontinuität, bringen zu können, ist insbesondere in einem Land Lateinamerikas, wo sich die institutionelle Förderung der klassischen Musik in relativ engen Grenzen hält, immer eine Persönlichkeit als treibende Kraft und mit außergewöhnlichem Engagement erforderlich. Die Bonarenserin Patricia Pouchulu ist seit über 25 Jahren mit Musik, Literatur und dem Sprachstudium befasst und hat unter anderem mit einem französischen Stipendium an der Sorbonne in Paris studiert. Zusätzlich zu ihrer Karriere als Pianistin und Chordirektorin begann sie vor sechs Jahren eine Ausbildung zur Orchesterleitung und wird neben ihrer Leitung des Symphonischen Orchesters der Bella Música mittlerweile auch eingeladen, andere Orchester in Argentinien zu dirigieren.

An diesem Abend stand Felix Mendelssohns zweiteiliges Werk „Ein Sommernachtstraum“, bestehend aus der einsätzigen Ouvertüre (op. 21) und der zehnsätzigen Bühnenmusik (op. 61) auf dem Programm. Pouchulu führte das gut disponierte Orchester, in dem ältere mit sehr jungen Musikern in großartiger Harmonie zusammen spielen, mit ruhiger Hand und konnte die impressionistischen Momente, aber auch die dramatischen Steigerungen der Ouvertüre eindrucksvoll zum Klingen bringen. Auch die folgenden 10 Sätze der viel später entstandenen Bühnenmusik ließen die gute Qualität des Symphonischen Orchesters der Bella Música erkennen, in dem offenbar exzellente Blechbläser sitzen und die Streicher einen homogenen und transparenten Klang entfalten. Natürlich konnte der berühmte Hochzeitsmarsch im 7. Satz das Publikum besonders begeistern.

Soledad de la Rosa, Mariana Rewerski und Patricia Pouchulu

Soledad de la Rosa, Mariana Rewerski und Patricia Pouchulu

Die beiden jungen argentinischen Solistinnen, die Mezzosopranistin Soledad de la Rosa und die Sopranistin Mariana Rewerski trugen gesanglich wesentlich zum Erfolg dieses „Sommernachtstraums“ bei und sind große Nachwuchstalente, die sich nun mit Bella Música einem breiteren Publikum vorstellen können. Soledad de la Rosa stammt aus dem Instituto Superior de Arte del Teatro Colón und hat bereits mit verschiedenen Orchestern Lateinamerikas und im bekannten Auditorium Gulbenkian in Portugal gesungen. Sie erhielt 2009 von der Argentinischen Kritiker-Gesellschaft den Preis für die beste Sängerin der Spielzeit 2008. Mariana Rewerski studierte Gesang am Nationalem Musikkonservatorium mit Marta Blanco und Kammermusik bei G. Opitz. Sie hat sich bereits ein breites Repertoire an Mezzo-Rollen erarbeitet, darunter Carmen, Isabella, Ottavia, die schöne Helena und hat auch schon an mehreren europäischen Häusern gesungen, wie Nizza, Lyon, Prag, Luxembourg, Rennes, Caen, sowie auf einigen Festivals, wie Aix en Provence und beim Prager Frühling. In Kürze wird von ihr die Dido in „Dido“ von P. F. Cavalli am ehemaligen Theater des Wiener Staatsoperndirektors Dominique Meyer, dem Théâtre des Champs-Élysées zu erleben sein, sowie die Dido in „Dido und Aeneas“ von Purcell am Théâtre du Chatelet in Paris. Auch der Kinderchor, der von María Isabel Sanz einstudiert war, fügte sich harmonisch in diesen „Sommernachtstraum“ ein.

Im 2. Teil des Konzerts gab die Bella Música Beethovens 7. Symphonie mit einer beeindruckenden Dynamik und bestechenden Transparenz der einzelnen Gruppen, aus denen immer wieder die Themen der Flöte und Klarinette klar und makellos in der Linienführung hervor traten. Man merkte, dass die Musiker gut aufeinender eingespielt sind, was umso höher einzuschätzen ist, als sie in diesem Ensemble nicht mit großer Regelmäßigkeit spielen. Riesenapplaus des Publikums war die Folge, Pouchulu und die beiden Solistinnen erhielten viel Bravos. Jeder Besucher von Buenos Aires sollte neben dem obligatorischen Besuch einer Aufführung im Teatro Colón auch einmal nachsehen, was es im Teatro Avenida gibt.

Fotos: Klaus Billand

Klaus Billand