EKATERINBURG/Russland: Kurzbericht "Turandot" - Premiere 13. September 2018

Calaf

Calaf

Nach er erfolgreichen Triloge “Satyagraha”, The Passenger” und “The Greek Passion erlebte nun Giacomo Puccinis große Choroper „Turandot“ am Akademischen Opern- und Ballett Theater (kurz Uraloper) im westsibirischen Ekaterinburg eine Neuinszenierung durch den jungen Regisseur Jean-Romain Vesperini. Für die Bühnenbilder und die überaus fantasievollen und opulenten Kostüme zeichneten Dirk Hofacker, für das Lichtdesign Christophe Chaupin sowie die Videos Ilya Shusharov verantwortlich. Elvira Gaifullina studierte die großen Chöre mit über 65 Sängern ein. Der Ekaterinburger GMD Oliver von Dohnányi dirigierte wie immer mit viel Verve und Engagement das Orchester der Uraloper und brachte insbesondere die Dynamik der Partitur und nicht zuletzt die großen Chorszenen eindrucksvoll zur Wirkung. Seit Anfang August wurde geprobt.

Ping, Pang und Pong

Ping, Pang und Pong

Vesperini wählte ein traditionelles Regiekonzept für seine Interpretation, das wie so oft die klassischen Symbole chinesischer Kultur wie den Drachen, die Fächer und die Farben Gold und Rot betonte. Die Videos erwiesen sich als interessante Belebung des durch zeitweise Rotation von Bühnensegmenten aufgelockerten Einheitsbühnenbildes. Die so beherrschenden Chöre konnten mit beachtlicher Stimmkraft und großer Transparenz beindrucken. Auch der Kinderchor kam – leider nur akustisch – bestens zur Geltung.

Calaf in der Rätselszene

Calaf in der Rätselszene

In den beiden Hauptrollen hatte man diesmal für die A-Premiere Gäste eingeladen. Die Russin Zoya Tsererina aus Kasan sang eine unnahbare Turandot mit dramatischem Aplomb. Der Italiener Paolo Lardizzone war ein Calaf auf Augenhöhe, mit durchschlagskräftigem Tenor. Olga Semenishcheva glänzte als Liu mit herrlichem Piano und ebenso dramatischen Momenten, eine Superbesetzung! Vladislav Popov gab den Timur mit klangvollem tiefem Bass. Ping, Pang und Pong waren bei Dmitri Starodubov, Sergei Osovin und Vladimir Cheberyak in guten Händen. Dmitri Rozvizev war als Kaiser ein paar Jahrzehnte zu jung und Alexandr Kulga sang den Mandarin mit prägnantem Bariton und großem Ernst. (Detailliertere Rezension folgt).

Fotos: Olga Kereluk

Klaus Billand

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