Bayreuth/Festspiele: Tannhäuser-Performance am Tümpel im Festspielpark – 13. August 2019

Wohl entbehrlich…

Vorgestern in der ersten Pause des Tannhäuser, ich war ja schon in der Premiere, zu der noch eine Rezension kommen wird, sah ich mir die Performance von Regisseur Tobias Kratzer in der ersten Pause im Festspielpark an. Das Publikum stürmte in hellen Scharen nach unten, von wo man schon die Lautsprecher hörte mit dem Tiefengesang von Gateau Chocolat.

Als ich ankam, wurde gerade Manni Laudenbach mit Schlauchboot in den sog. Tümpel gelassen. In ruhigeren Momenten schmetterte er per Megaphon im Boot einige altbekannte Weltverbesserungsthesen in den Park, rhythmisch auf seiner Grass’schen Blechtrommel begleitend. Gateau Chocolat wechselte alle paar Minuten die knallige Robe, bis er in einem Madonnen-Gewand die Auftrittsarie der Elisabeth “Dich, teure Halle, seh‘ ich wieder…” mit Bass zum Besten gab.

Unterdessen breitete Elena Zhidkova auf dem Gegenufer ein schwarzes Tuch aus und bemalte es mit Parolen. Alle drei waren vom Festspielhaus herunter gekommen und wurden nach ca. 35 Minuten, nach einem kurzen Besuch in dem alten Citroen Lieferwagen wieder nach oben gefahren. Immerhin, eine ganz schöne zusätzliche Beanspruchung. Dem Publikum gefiels, wie ja heute fast alles. Man folgte und fotografierte reichlich, auch nachher noch am Citroen, und gab auch Szenen-Applaus.

Inwieweit solche Nebenschauplätze zu einer Festspielaufführung einer Wagner-Oper beitragen, sei dahingestellt. Ich habe da eher meine Zweifel. Aber wir leben ja in einer visuellen und plakativen Zeit. Scheinbar muss dieser “Zeitgeist” hin und wieder auch in Bayreuth bedient werden.

Fotos: Klaus Billand

Klaus Billand

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