Shkodër/Nordwest-Albanien: Die Bleimoschee bei Nacht… 26. Oktober 2022

Assoziationen an die Gralsburg

Der Burgruine Rozafa auf einem Hügel vor Shkodër über dem Fluss Buna

Der Burgruine Rozafa auf einem Hügel vor Shkodër über dem Fluss Buna

Bei der Fahrt nach Shkodër im Nordwesten Albaniens gestern Abend versuchte ich, zu dunkler Stunde noch auf die berühmte Burgruine Rozafa zu kommen, was nicht gelang.

Die Bleimoschee von 1773 (aus diversen Perspektiven)

Die Bleimoschee von 1773 (aus diversen Perspektiven)

Dafür bekam ich, um eine Ecke kurvend, diesen unglaublich mystischen Blick im Nachtblau auf die berühmte Bleimoschee von Shkodër, die 1773 durch den albanischen Pascha Mehmed Bushati erbaut wurde! Wie vom Schlag war ich von Gefühl Parsifals im gleichnamigen Bühnenweihfestspiel Richard Wagners ergriffen, als er nach langem Ritt auf seinem Pferd vor der Gralsburg Monsalvat stand – am Ziel seiner Odyssee.

Es war ein unglaublicher Anblick und an Mystik kaum noch zu überbieten – ein überaus erhebender Moment! Die mit Blei gedeckte Moschee blieb in der Hoxha-Zeit als einzige von 35 Moscheen in Shkodër erhalten.

Weitab der geschäftigen heutigen Stadt Shkodër steht diese Moschee da, völlig verlassen in der Einsamkeit der zerstörten und überwachsenen ehemaligen Altstadt. Enver Hoxha, der stalinistische Diktator, der von 1945 bis zu seinem Tode 1985 das Land mit eiserner Faust regierte und völlig von der Außenwelt abschottete, erlaubte in seiner antireligiösen Politik nicht, dass die Moschee wieder hergestellt wurde.

Abgerissene Nebenmoschee

Abgerissene Nebenmoschee

Er ließ sogar zu, dass sie ihres Minaretts beraubt wurde und profane Nebengebäude und andere kleinere Moscheen um die große herum abgerissen wurden.

Ein letzter Blick!

Ein letzter Blick!

Im Zuge einer groß angelegten Restauration ist die Moschee dabei, eines Tages wieder in ihrem alten Glanz zu erstrahlen.

Diesen Moment zu spüren war etwas GANZ Besonderes!

Fotos: Klaus Billand

Klaus Billand aus Shkodër